• Kategorie: News
  • Geschrieben von Achim Perabo
  • Zugriffe: 113

Erste Fahrt mit dem GIANT Anthem Advanced 29" 2018

Erste Fahrt mit dem brandneuen GIANT Anthem Advanced Pro 0 29" 2018

Nachdem ich diese Woche mein 2015er GIANT Anthem Advanced 29“ schweren Herzens einem Bekannten verkauft habe, war ich doch einigermaßen skeptisch ob das brandneue 2018er GIANT Anthem Advanced Pro 0 meine Erwartungen erfüllen kann. Eigentlich war ich der Überzeugung, daß es am „alten“ Modell nicht viel zu verbessern gab.


Zuerst mal herzlichen Dank an GIANT Deutschland für die, seit Jahren tolle Unterstützung und Zusammenarbeit. Diese Woche kam dann das heißbegehrte, brandneue 2018er Anthem Advanced wieder im 29“ Laufradformat. Nachdem GIANT in den vergangenen zwei Jahren, vermehrt auch im Cross Country / Marathon Bereich auf 27,5“ setzte, bin ich persönlich sehr glücklich darüber, daß GIANT nun wieder zu den großen 29“ Laufrädern zurückgekehrt ist. Für mich war von vornherein klar, daß der Nachfolger meinens 2015 Anthem´s wieder 29“ Räder haben soll. Gerade in diesem Segement mit Federwegen um 100 mm, überwiegen klar die Vorteile dieser großen Laufräder.

Also das neue Rad erst mal auspacken und etwas tunen ;-). Serienmäßig 10.3 kg ohne Pedale in Rahmengrösse XL konnte sich zwar durchaus sehen lassen, aber da geht sicher noch etwas. Zuerst mal leichte Griffe (Ritchey WCS -46 gr.) montieren und die riesige Speichenschutzscheibe hinten (-71 gr.) entfernt. Präzise Schaltungseinstellung und Nachkontrolle nach einen Sturz vorausgesetzt.

Die serienmässige Maxxis Bereifung durch Rocket Ron und Thunder Burt (beide natürlich tubeless) unseres Reifensponsors Schwalbe montiert (ca. -70 gr.).

Die vordere 180er Bremsscheibe durch eine 160er Scheibe, die ohne Adapter zu fahren ist, ersetzt (-42 gr.). Hier ist anzumerken, daß unerfahrenere Fahrer mit über 80 kg aus Gründen der Standfestigkeit bei der 180er Grösse bleiben sollten. Das gilt ebenfalls für Biker die oft im Gebirge mit längeren Abfahrten unterwegs sind. Hier bei mir im Pfälzerwald wo Abfahrten selten mehr als 400 Hm haben, passt diese Kombination für mein Gewicht von ca. 82 kg, perfekt zu meinem Fahrstil.

Ich hatte mich entschlossen, daß Rad mit der "alten" SRAM XX1 1x11 Gruppe aufzubauen. Die Übersetzung von 34 Zähnen vorn und der 10-42er Kassette hinten passt mir wunderbar. Mit dem „Downgrade“ auf eine SRAM XX1 1x11 Gruppe werden nochmals ca. 140 Gramm gespart. Allerdings habe ich die XX1 Eagle Kurbel behalten. Diese ist, im Vergleich zur XX1 11-fach Version deutlich leichter (81 Gramm) und ist kompatibel zum 11-fach Antrieb.

Noch ein paar Carbon Steuersatzspacer und einen leichten Carbon Aheaddeckel samt Aluschraube und schon wiegt das Rad, ohne Pedale sensationelle 9,85 kg, in Rahmengrösse XL wohlgemerkt!

Also erst mal draufsetzen und ein paar Meter die Strasse hoch und runter. Als erstes fällt die deutlich veränderte Geometrie auf. Ein richtig langes Oberrohr (650mm bei XL) mit kurzem 90er Vorbau, breitem 780er Lenker und 69° flachen Steuerrohrwinkel. Der Radstand ist dadurch im Vergleich zum Vorgängermodell ebenfalls um knapp 30 mm gewachsen. Der Vollcarbon Hinterbau besitzt nur noch 90 mm Federweg, soll aber durch niedrigeres Hebel Übersetzungsverhältnis genausoviel Federweg wie bei Vorgängermodell (100 mm) nutzbar machen.

Heute morgen stand dann natürlich die erste Ausfahrt an. Eine 42 km Runde mit knapp 1000 Höhenmetern und einem gehörigen Trailanteil. Der erste Berg auf Asphalt hoch, ein Druck auf den Lockouthebel am Lenker, Gabel und Hinterbau sind nahezu blockiert. Auf oder zu, zeitgleich vorne und hinten, keine Zwischenstellungen, Super! Mehr braucht man nicht. Toller Vortrieb, gute Steifigkeit auch im Wiegetritt. Dann kommt der erste Singletrail bergab, mit Wurzeln und Steinen und einer steilen Geländestufe, alles auf griffigem Pfälzerwald Sandboden. Der erste Eindruck verblüfft, das Rad liegt absolut ruhig und der Federweg am Hinterbau lässt eher 110 als 90mm Federweg glauben. Lediglich das beginnende Schmatzen des FOX Hinterbaudämpfers gegen Ende des Trails, lässt ein Temperaturproblem der Dämpfung vermuten. Die Funktion ist jedoch tadellos und das Schmatzen verschwindet auch wieder sofort nach der Abfahrt. Muss man mal beobachten.

Dann ein langer, steiler Anstieg auf einem breitem Waldweg. Traktion und Steigfähigkeit, wie beim Vorgängermodell perfekt, keine Nachteile durch den flacheren Lenkwinkel oder den längeren Reach.

Wieder ein Trail bergab, diesmal ruppiger und steiniger. Ich werde mutiger, die Geschwindigkeit wird nun eigentlich nur durch den begrenzten Grip der Schwalbe Rennpellen begrenzt. Das Fahrwerk fühlt sich satter an als beim Vergängermodell. Die FOX Gabel und Dämpfer nutzen den Federweg gut aus. Nach zwei Stunden auf und ab, nun ein Singletrail mit engen Kehren am Steilhang. Auch hier entäuscht mich das Rad nicht. Trotz längerem Radstand, genügend Wendigkeit und ein sehr sicheres Fahrgefühl in den Spitzkehren. Vileleicht leiste ich mir bei diesem Rad noch die 350 Gramm Mehrgewicht (wäre dann mit Pedalen und Flaschenhalter ca. 10.5 kg schwer) für eine Vario Sattelstütze, die den Einsatzbereich des Rades nochmals deutlich vergössern würde. Viele Worldcup CC Fahrer fahren ja auf schweren Kursen, ebenfalls schon mit einer Teleskopstütze.

Mein Fazit: Ein dickes Lob an die GIANT Entwickler! Sie haben es geschafft, aus einem bereits tollen Rad ein nochmals deutlich besseres zu machen. Das neue fühlt sich vor allem bergab spürbar sicherer, ruhiger und trotz weniger Federweg am Hinterbau, deutlich satter an. Bergauf wie gehabt, unterdrückt der überarbeitete Maestro Hinterbau wirksam jedes Wippen, ohne dabei bockig und starr zu wirken. Durch das geringe Gewicht und die gute Steifigkeit, fliegt das Rad geradezu bergauf.

Das Rad stellt die Speerspitze im CC/Marathonbereich dar und nimmt einem Hardtail die Berechtigung, wenn die Strecken es hergeben. Es lässt keine Wünsche offen und zeigt was heute technisch möglich ist, leider zu einem hohen Preis von 7599 Euro. Wobei sich GIANT preislich bei den High End Rädern, im Vergleich zur Konkurrenz noch sehr gut plaziert.

 

Back to top